Deutsch
English
Русский

Richtlinien

zur Bewerbung und Ausbildung an der Staatlichen Berufsfachschule für Physiotherapie am Klinikum der Universität Würzburg (Stand 2013)

Gesetzliche Vorschriften

  1. Der Ausbildungsbeginn ist September jeden Jahres; die Ausbildung dauert drei Jahre.
  2. Grundlage der Ausbildung ist die dem Gesetz über die Berufe der Physiotherapie (Mai 94) zugeordnete Ausbildungs- und Prüfungsverordnung sowie die Berufsfachschulordnung nichtärztlicher Heilberufe.
  3. Voraussetzungen für die Aufnahme sind:
    - Nachweis eines mittleren Schulabschlusses
    a) durch das Abschlusszeugnis der Realschule oder eines anderen gleichwertigen Schulabschlusses
    b) durch eine nach dem Hauptschulabschluss abgeschlossene Berufsausbildung von mindestens 2-jähriger Dauer.
    - gesundheitliche Eignung
  4. Die Vergabe der Ausbildungsplätze erfolgt mittels eines Aufnahmeverfahrens. Zusage oder Absage eines Ausbildungsplatzes werden dem Bewerber schriftlich mitgeteilt.
  5. Bewerber aus dem Ausland müssen den Nachweis führen, dass sie die deutsche Sprache in Wort und Schrift beherrschen. Sie müssen eine Aufenthaltsgenehmigung für die Dauer der Ausbildung vorlegen.
    Ebenso muss eine Anerkennung über die Gleichwertigkeit der Schulbildung erbracht werden.
    Der Antrag dazu ist zu richten an die:
    Zeugnisanerkennungsstelle, Pündtnerplatz 5, 80803 München,
    Tel. 0 89 / 38 38 49-0.

Anforderungen an den Schüler während der Ausbildung

Die wesentliche Voraussetzung für den Beruf des/der Physiotherapeuten/in ist der Wille, kranken Menschen und Menschen mit Behinderung zu helfen. Der Beruf und auch schon die Ausbildung stellen hohe Anforderungen an Geduld, Ausdauer, Konzentrations- und Einfühlungsvermögen sowie körperliche Kraft, Geschicklichkeit und Einsatzbereitschaft.
Da die Schüler schon vom 2. Schuljahr an am Krankenbett unter Anleitung eines/r erfahrenen Physiotherapeuten/in tätig werden, wird auch in hohem Maße Verantwortungsbewusstsein, menschliche Reife und Taktgefühl verlangt, die der besonderen Situation des erkrankten und behinderten Menschen gerecht werden kann. Die Schüler sollen deshalb bei Ausbildungsbeginn das 17. Lebensjahr vollendet haben.
Die theoretische und praktische Ausbildung erfordert gute Beobachtungsgabe, fleißige und konzentrierte Mitarbeit und intensives Lernen, auch über den Rahmen des Unterrichts hinaus, anhand von Lehrbüchern, Skripten und eigenen Übungen.
Sportliche Höchstleistungen sind nicht erforderlich, aber Freude an der Bewegung und die Fähigkeit zu ausdauernder Leistung sind notwendig. Schwimmen muss beherrscht werden; wenn möglich, sollte eine Ausbildung im Rettungsschwimmen gemacht werden.

Bewerbung um einen Ausbildungsplatz

  1. Der Bewerbung sind folgende Unterlagen beizufügen:
    a) Personalbogen mit Lichtbild
    b) Geburtsurkunde
    c) Nachweis (Zeugnis) des mittleren Schulabschlusses; von derselben Schule oder Regierung, Stadt, Landratsamt, Gemeindeverwaltung amtlich beglaubigt
    d) Tabellarischer Lebenslauf
    e) Bei Minderjährigen die Zustimmung des gesetzlichen Vertreters
    f) Nachweis über Tätigkeiten und / oder abgeschlossene Berufsausbildung mit Endnote zwischen Schulausbildungsende und der Bewerbung (unbeglaubigte Fotokopien)
    Bewerbungen, die unvollständig, nicht richtig beglaubigt, mit fehlerhaften Angaben oder nicht termingerecht eintreffen, werden nicht berücksichtigt.
  2. Zum Aufnahmeverfahren sind mitzubringen:
    a) Kopie des letzten Zeugnisses, sofern es nicht schon vorliegt
    b) Tätigkeitsnachweise, für Tätigkeiten nach Schulausbildungsende, sofern sie noch nicht vorliegen
    c) ärztliches Zeugnis (Schulformular wird bei Einbestellung zum Aufnahmeverfahren zugesandt)

Zusage eines Ausbildungsplatzes

  1. Einen Monat vor Beginn der Ausbildung sind einzureichen:
    a) Ein amtliches Führungszeugnis, das nicht älter als zwei Monate sein darf
    b) Ein ärztliches Zeugnis anstelle einer Einstellungsuntersuchung, das nicht älter als einen Monat sein darf (Schulformular wird zugesandt). Zu folgenden Impfungen wird wegen der Gefährdung im Gesundheitsdienst dringend geraten:
    - Tetanus, Diphtherie, Keuchhusten, Polio
    - Mumps, Masern, Röteln (MMR)
    - außerdem wird eine Impfung gegen Hepatitis B empfohlen
    c) Ein neuer tabellarischer Lebenslauf
    d) Die Nachweise über Tätigkeiten, die zwischen dem Aufnahmeverfahren und dem Ausbildungsbeginn liegen
    e) Die Kopie des dt. Schwimmabzeichens oder des Jugendschwimmabzeichens in Bronze.
  2. Die endgültige Aufnahme ist abhängig vom Bestehen einer Probezeit. Die Probezeit dauert sechs Monate. Die Entscheidung über das Bestehen der Probezeit treffen die Schulleitung und die hauptamtlichen Lehrkräfte aufgrund der Ergebnisse der Leistungsnachweise.

Ausbildung

  1. Die Lehrfächer für die Ausbildung des/der Physiotherapeuten/in sind
    Berufs-,Gesetzes- und Staatskunde
    Evidenzbasiertes Arbeiten
    Anatomie, Physiologie
    Allgemeine Krankheitslehre, Spezielle Krankheitslehre und Hygiene
    Erste Hilfe und Verbandtechnik
    Angewandte Physik und Biomechanik
    Psychologie / Pädagogik / Soziologie
    Prävention und Rehabilitation
    Trainingslehre, Bewegungslehre
    Bewegungserziehung
    Physiotherapeutische Befund- und Untersuchungstechniken sowie Behandlungstechniken
    Massagetherapie
    Elektro-, Licht- und Strahlentherapie
    Hydro-, Balneo-, Thermo- und Inhalationstherapie
    Methodische Anwendung der Physiotherapie in den medizinischen Fachgebieten
    Praktische klinische Ausbildung
  2. Der theoretische und praktische Unterricht mit der klinisch-praktischen Ausbildung erstreckt sich von Montag bis Freitag mit 38 - 40 Schulstunden pro Woche.
  3. Auf die Dauer der Ausbildung werden angerechnet:
    a) Erkrankungen bis zur Gesamtdauer von 12 Wochen
    b) Ferien: je 2 Wochen Weihnachts- und Osterferien, 1 Woche Pfingstferien, 4 Wochen Sommerferien
  4. Teilnahme am Unterricht
    a) Die Schüler sind zur pünktlichen und regelmäßigen Teilnahme am Unterricht verpflichtet. Eine Befreiung vom Unterricht ist nicht zulässig.
    b) Für jedes Fernbleiben vom Unterricht oder Praktikum muss eine schriftliche Erklärung abgegeben werden. Bei Erkrankung von mehr als drei Tagen ist ein ärztliches Attest erforderlich.
  5. Im laufenden Schuljahr werden regelmäßige Leistungsnachweise erhoben; jedes Schuljahr wird mit einem Versetzungszeugnis abgeschlossen.
  6. Ausschluss vom Unterricht oder / und Praktikum kann erfolgen, wenn dies erforderlich erscheint, um Gefahren für Patienten abzuwehren. Pflichtverletzungen der fachpraktischen Ausbildung gelten als besonders schwerwiegend, wenn sie geeignet sind, das Wohl der Patienten zu gefährden.
  7. Eine Entlassung kann erfolgen, wenn sich ergibt, dass der Schüler
    a) die Aufnahmevoraussetzungen nicht vollständig erfüllt oder die Angaben darüber unrichtig oder unvollständig gemacht hat
    b) er wegen eines körperlichen Gebrechens, wegen Schwäche seiner geistigen oder körperlichen Kräfte oder wegen einer Sucht die erforderliche Eignung nicht besitzt
    c) er sich eines Verhaltens schuldig gemacht hat, aus dem sich die Unzuverlässigkeit zur Ausübung des Berufes ergibt

Kosten

  1. Es besteht Schulgeldfreiheit.
  2. Lernmittelfreiheit besteht nicht für
    a) Arbeitsmittel wie: Skripten, Winkelmesser, Bücher (Anschaffung nach Absprache)
    b) Berufskleidung wie: unfallsichere Klinikschuhe, Sportschuhe, Gymnastikschuhe, kurze und lange anliegende Gymnastikhose, anliegendes Turnhemd
    oder Gymnastikanzug, Trainingsanzug, Badeanzug, -hose.
  3. Weitere Kosten entstehen für:
    Gruppenberufshaftpflichtversicherung (wird durch die Schule abgeschlossen)
    Ersatzleistungen im Falle der Beschädigung schuleigener Gegenstände 
    evtl. durchzuführende Kontrolluntersuchungen
    Besichtigungsfahrt zum Rehabilitationszentrum
    Lehrfahrt
    Klassenfahrt
  4. Unterkunft und Verpflegung werden an der Schule nicht gewährt

Abschlussprüfung

  1. Die 3-jährige Ausbildung wird mit der staatlichen Prüfung abgeschlossen. Sie gliedert sich in einen schriftlichen, mündlichen und praktischen Teil.
  2. Die Zulassung zur Prüfung ist vor Ausbildungsende zu beantragen.
    Dem Antrag sind beizufügen:
    a) Geburtsurkunde, bei Verheirateten zusätzlich die Heiratsurkunde
    b) Bescheinigung des Leiters der Berufsfachschule über die regelmäßige Teilnahme an der Ausbildung.
  3. Über die Zulassung zur Prüfung sowie über alle Belange zu deren ordnungsgemäßen Durchführung entscheidet der Vorsitzende des Prüfungsausschusses, die Regierung von Unterfranken.
  4. Die Erlaubnis zur Führung der Berufsbezeichnung Physiotherapeut/in wird erteilt, wenn die staatliche Abschlussprüfung bestanden ist.

Vorzulegen sind hierzu:
ein amtliches Führungszeugnis
ein ärztliches Gesundheitszeugnis
Zur Ausstellung der Erlaubnisurkunde ist eine Gebühr von derzeit 25,-- Euro zu entrichten.

Arbeitsmöglichkeiten

  1. Arbeitsmöglichkeiten für Physiotherapeuten/innen bestehen an Krankenhäusern, Rehabilitationszentren, Kuranstalten usw. sowie in freier Praxis. Die Erlaubnis zur Führung einer selbständigen Praxis wird von der zuständigen Verwaltungsbehörde, vom „Deutschen Verband für Physiotherapie - Zentralverband der Krankengymnasten /Physiotherapeuten (ZVK) e. V.“ und von den Kassen auf Antrag erteilt. Die Bezahlung im Angestelltenverhältnis erfolgt im Allgemeinen nach TV L bzw. TV ÖD (Tarifvertrag Länder bzw. öffentlicher Dienst)
    E 5 - E 10.
  2. Zur weiteren Information über das Berufsbild und die Berufsaussichten als Physiotherapeut/in empfehlen wir:
    „Blätter zur Berufskunde, Band 2 - Physiotherapeut/Physiotherapeutin“ - herausgegeben vom Bertelsmann Verlag KG, Bielefeld und verweisen auf das Berufsinformationszentrum (BIZ) der Arbeitsämter.

Anhang

  1. Alle Unterlagen aufgenommener Bewerber bleiben bis zu deren Austritt bei der Berufsfachschule.
  2. Die Berufsfachschule übernimmt keine Gewähr für eingereichte Unterlagen und Originale.
  3. Alle Anfragen und Gesuche sind mit Rückporto zu richten an:
    Staatliche Berufsfachschule für Physiotherapie am Klinikum der Universität Würzburg, Straubmühlweg 8, Haus A 14, 97080 Würzburg.
  4. Der Empfang der Richtlinien und nachfolgender Ergänzungen sowie deren inhaltliche Anerkennung ist bei der Aufnahme an der Berufsfachschule für Physiotherapie vom Bewerber und bei Minderjährigen vom gesetzlichen Vertreter zu bestätigen.